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Stadtweit

Ihr direkter Draht zum OB

Information und Austausch

ThemaVerwaltung
ZeitraumFortlaufend
Zielgruppealle Einwohnerinnen und Einwohner

informelle Beteiligunginformelle Beteiligung
offen
  • Wie funktioniert "Ihr direkter Draht zum OB"?

    Sie fragen - der OB antwortet

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    Sie sind eine gemeinnützige Organisation, ein Verein oder eine Initiative zum Beispiel aus dem sozialen, kulturellen, sportlichen Bereich oder aus dem Natur- und Umweltschutz und haben ein ganz besonderes Projekt, das Sie gerne einmal Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup vor Ort vorstellen möchten?

    Dann beschreiben Sie Ihr Projekt mit Ansprechpartner und Kontaktdaten auf dieser Seite und werben in Ihrem Umfeld (zum Beispiel über SocialMedia-Kanäle) um Unterstützung für Ihr Projekt. Den Ort, an dem Sie dem OB Ihr Projekt vorstellen möchten, markieren Sie auf der interaktiven Karte. Alle registrierten Nutzerinnen und Nutzer können Ihr Projekt hier im Beteiligungsportal kommentieren und unterstützen. In der Regel am letzten Freitag jedes Monats wird Dr. Mentrup das Projekt mit der größten Zustimmung besuchen.
Phase 1

Sie fragen - der OB antwortet

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Ihre Frage an Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup:

Sehr geehrter Herr Dr. Mentrup,

aus einem Gemeinderatsbeschluss geht hervor, dass Karlsruhe beim Ausbau der Lademöglichkeiten für Elektroautos (ausschließlich) auf Schnellladestationen setzt.

Das klingt zunächst nach einer guten Idee. Allerdings dauert der Ladevorgang an einer solchen Station je nach Ladezustand und Fahrzeug grob zwischen 40 und 70 Minuten. Inzwischen ist eine Blockiergebühr, die für das Blockieren der Ladestation nach Abschluss des Ladevorgangs minütlich anfällt, üblich. In vielen Szenarien ist es unbequem bzw. sogar unmöglich nach dieser Zeit das Fahrzeug (nach Abschluss des Ladevorgangs) umzuparken und der nicht unerheblichen Blockiergebühr zu entgehen.

An AC-Ladesäulen (vergleichbar mit Wallboxen) dauert der Ladevorgang im Schnitt 5-6 Stunden. Vielen Pendlern dürfte es deutlich leichter fallen, eine solche Standzeit in den täglichen Ablauf zu integrieren (z.B. Umparken bzw. Anstecken in der Mittagspause). Zudem ist die Errichtung von AC-Lademöglichkeiten deutlich günstiger als DC-Ladesäulen (Faktor 8-10). Diese große finanzielle Hürde hindert alternative Anbieter daran, in den lokalen Lademarkt einzusteigen. Wie es anders geht zeigt sich in Ettlingen, wo es einen anhaltenden Ausbau an AC-Ladesäulen durch einen privaten Ladesäulenbetreiber gibt.

Leider wird der weitere Ausbau von Lademöglichkeiten z.B. in Grötzingen durch den Gemeinderatsbeschluss verhindert (https://web1.karlsruhe.de/ris/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00635303.pdf). Dabei herrscht in den Vororten im Vergleich zur Innenstadt kein vergleichbarer Parkdruck. Man könnte solche AC-Ladehubs in das Konzept von Park-and-Ride-Parkplätzen an ÖPNV-Haltestellen integrieren.

Schon jetzt (vor dem Markthochlauf von Elektroautos) sind zeitweise alle innerstädtischen Ladesäulen vollständig belegt. Ein weiterer, den Verkaufszahlen von E-Autos entsprechender, Ausbau von Lademöglichkeiten findet in Karlsruhe derzeit nicht statt.

Ich bitte Sie, Karlsruhes Strategie bezüglich der Ladesäulen zu überdenken.

Viele Grüße
Timothy Raffler

Dr. Frank Mentrup

Sehr geehrter Herr Raffler,

herzlichen Dank für Ihre Mail und Rückmeldung zum „Rahmenkonzept für den Ausbau öffentlicher und öffentlich zugänglicher E-Ladeinfrastruktur der Stadt Karlsruhe“.

Auch der Stadtverwaltung ist der beschleunigte Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur ein Anliegen, weshalb auch der Gemeinderat sich auf das Rahmenkonzept verständigt hat. Sowohl Pendler*innen als auch Besucher*innen und Einwohner*innen ohne eigenen Parkplatz soll so das Laden ermöglicht werden, ohne dass der Ladeinfrastruktur-Aufbau einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung entgegensteht.

Prognosen zufolge wird der Ausbau von Ladeinfrastruktur überwiegend im privaten Raum (60-85%) – Zuhause oder beim Arbeitgeber – stattfinden. In Wohngebieten, in denen die Wohnbebauung überwiegend aus Ein- und Zweifamilienhäusern mit privaten Stellplätzen besteht, wird öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur eine weniger bedeutende Rolle spielen, als in Gebieten mit hohem Parkdruck. Daher erscheint es der Stadt sinnvoll, die ohnehin schon wenigen zur Verfügung stehenden öffentlichen Flächen ressourcensparend mit Schnellladeinfrastruktur auszustatten. Dies dient dem Ziel, dass möglichst viele der oben genannten Nutzer und Nutzerinnen laden können.

Bereits im Klimaschutzkonzept 2030 der Stadt Karlsruhe wurde der Fokus auf den Ausbau von Schnellladestationen im öffentlichen Bereich gelegt. Auch neueste Empfehlungen des ThinkTanks Agora Verkehrswende raten, den Aufbau öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur zielorientiert und langfristig zu denken und sich dementsprechend auf die Förderung von öffentlich zugänglicher Schnellladeinfrastruktur „an Orten des täglichen Bedarfs“ zu fokussieren (Agora Verkehrswende 2022).

Wie bereits von Ihnen angesprochen, ist das Laden an AC-Säulen mit langen Standzeiten verbunden. Im Durchschnitt finden an einem AC-Ladepunkt daher nur wenige Ladegänge pro Tag statt. Es müsste also eine Vielzahl an Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum aufgebaut werden, um den Bedarf zu decken. Dies hätte zur Folge, dass öffentlicher Verkehrsraum bevorzugt für den Aufbau von Ladeinfrastruktur genutzt wird. Um das verkehrspolitische Ziel der Verkehrswende in Baden-Württemberg zu erreichen, ist neben der Verlagerung auf emissionsfreie Antriebe jedoch auch der Ausbau und die Förderung anderer Mobilitätsformen sowie eine nachhaltige Verkehrsentwicklung notwendig.

Aufgrund der kürzeren Ladezeiten sind auch viele Betreiber dazu übergangen, nur noch DC-Ladestationen zuzubauen. Da sich leider nicht alle Stellplätze für den Aufbau von Ladeinfrastruktur eignen, der Markthochlauf der Elektromobilität, wie von Ihnen erwähnt, weiter voranschreitet, fokussiert sich die Stadt daher zunächst auf den Ausbau von Schnellladeinfrastruktur im öffentlichen Raum sowie auf eigenen Flächen ergänzend zum Ausbau im privaten Raum. Um möglichst vielen Betreibern den Zugang zum Markt zu ermöglichen, prüft die Stadtverwaltung aktuell öffentliche wie eigene Flächen, um diese bei Eignung an entsprechende Betreiber im Rahmen einer Ausschreibung vergeben zu können.

Ebenso strebt die Stadtverwaltung an, Gewerbe mit öffentlich zugänglichen Parkplatzflächen, Parkhausbetreibern und Tankstellen beim Ausbau von Ladeinfrastruktur informativ und beratend zu unterstützen. Einige Handelsketten haben auf ihren eigenen Kundenparkplätzen auch bereits Ladestationen aufbauen lassen. In Parkhäusern soll dagegen der Aufbau von Normalladeinfrastruktur aufgrund der längeren Standzeiten forciert werden.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Frank Mentrup

21.02.22, 11:52, Zustimmungen , 0 Kommentare

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