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Stadtweit

Klimaschutzkonzept Karlsruhe 2030

Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts für Karlsruhe

ThemaNatur und Umwelt
Zeitraum29.11.19 bis 24.03.20
Zielgruppealle Einwohnerinnen und Einwohner

informelle Beteiligunginformelle Beteiligung
beendet
  • Ziele erfordern Taten: der Maßnahmenkatalog für 2030

    Umweltbürgermeisterin Lisbach
    Bürgermeisterin Lisbach

    Die Stadt Karlsruhe verfolgt als langfristiges Ziel, bis 2050 im Stadtgebiet klimaneutral zu sein. Die Stadtverwaltung selbst strebt aufgrund ihrer Vorbildfunktion die Klimaneutralität bereits für 2040 an.

    Mit dem Entwurf des Klimaschutzkonzepts 2030 liegt dazu jetzt ein Handlungskatalog für das kommende Jahrzehnt vor, das zum Erreichen der Karlsruher Klimaschutzziele entscheidend sein wird.

    Die Staatengemeinschaft hatte 2015 in Paris vereinbart, die weltweite Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Damit soll erreicht werden, dass es nicht zu unabsehbaren und unumkehrbaren Folgen für Mensch und Natur kommt.

    Das Klimaschutzkonzept 2030 der Stadt ist der Karlsruher Beitrag zum Abkommen von Paris. Es soll dazu beitragen, dass die Treibhausgasemissionen – in erster Linie CO2 – bis 2030 um 58% gegenüber 2010 reduziert werden. Mit der heutigen Technik ist dieser Weg möglich, auch wenn dazu immense Anstrengungen und Veränderungen notwendig sind. Er bedeutet vor allem den Abschied von allen fossilen Energieträgern, die unser Leben beim Reisen, beim Heizen oder beim Konsum noch weitgehend bestimmen. Vor allem aber erfordert der Wandel Entschlossenheit und Mut von allen Gruppen in der Gesellschaft: von Politik und Verwaltung, von der Wirtschaft und von jeder und jedem Einzelnen.

    Sie gestalten die klimafreundliche Zukunft in Karlsruhe mit!

    Zahlreiche Expertinnen und Experten haben mit der Stadtverwaltung rund 75 Maßnahmen in fünf Schwerpunktbereichen erarbeitet. Diese konnten von den Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen des Online-Bürgerbeteiligungsprozesses vom 29. November 2019 bis zum 26. Januar 2020 kommentiert, ergänzt oder bewertet werden. Ich danke Ihnen für Ihre rege Teilnahme an der Diskussion über das Klimaschutzkonzept 2030.

    Alle Kommentare und Bewertungen werden sorgfältig gesichtet und fließen in die weitere Bearbeitung ein. Das weiter entwickelte Klimaschutzkonzept wird schließlich vom Gemeinderat beraten und soll noch im ersten Quartal 2020 beschlossen werden.

    Über das Beteiligungsportal besteht weiterhin die Möglichkeit, sich über die bisherigen Klimaschutzaktivitäten der Stadt zu informieren sowie alle Einzelmaßnahmen des Entwurfs mit den von Ihnen verfassten Beiträgen und Kommentaren nachzulesen.

     

    Herzliche Grüße

    Ihre Bettina Lisbach

  • Entwicklung Klimaschutzkonzept und Beteiligungsmöglichkeiten

    Beteiligungsprozess
    Beteiligungsmöglichkeiten im Überblick
  • Die fünf Handlungsfelder des Konzepts

    A – Wärme und Strom

    Langfristig muss die Wärmeversorgung in Karlsruhe C02-neutral erfolgen. Um dieses Ziel erreichen zu können, muss eine abgestimmte Strategie für den Umbau der Wärmeversorgung von fossilen zu erneuerbaren Energien entwickelt und umgesetzt werden. Der Ausbau der erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Energiewende. Die Karlsruher Klimaziele können nur erreicht werden, wenn insbesondere die Photovoltaik weiter ausgebaut wird.

    B – Bauen und Sanieren

    Auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt ist die energetische Modernisierung des Gebäudebestands ein wesentlicher Beitrag zur Verringerung der Treibhausgasemissionen. Der Energieverbrauch in den Gebäuden muss reduziert werden und es muss ein Umstieg auf klimafreundliche erneuerbare Engerien erfolgen. Dafür ist eine höhere Sanierungsbereitschaft sowie der Einsatz klimafreundlicher Baustoffe beim Aus- oder Umbau notwendig. Zudem muss Wohnraum effektiver genutzt werden. Neubauvorhaben müssen von Anfang an klimaneutral geplant und errichtet werden. Die Stadt Karlsruhe unterstützt die Beteiligten durch Information, Beratung und Förderung.

    C - Wirtschaft

    Gewerbe, Dienstleistung und Industrie sind die wirtschaftlichen Grundpfeiler der Stadt. Die Stadt möchte gemeinsam mit den Akteuren der freien Wirtschaft eine langfristige Strategie entwickeln, wie die Unternehmen ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Die Unternehmen profitieren davon langfristig, indem sie aufgrund der niedrigeren Energiekosten wirtschaftlicher agieren können. Ziel ist es, die Unternehmen zu Energieeffizienzmaßnahmen zu motivieren und sie auf dem Weg zur Klimaneutralität zu unterstützen.

    D - Mobilität

    In der Stadt Karlsruhe werden bereits viele Wege zu Fuß, mit dem Rad oder dem ÖPNV zurückgelegt. Trotzdem steigen die C02-Emissionen, denn die Bevölkerung und die zurückgelegten Wegelängen wachsen. Eine echte Verkehrswende wird es nur mit mutigen Maßnahmen geben, die das Mobilitätsverhalten adressieren, das noch stark vom PKW geprägt ist. Neben der Energiewende ist deshalb auch eine kluge Verkehrswende erforderlich.

    E- Übergreifendes

    Die Stadt Karlsruhe geht ihre Möglichkeiten zur Vermeidung von CO2-Emissionen aktiv an und setzt sich mit dem neuen Klimaschutzkonzept ehrgeizige Ziele. Um diese Ziele auch für die Gesamtstadt zu erreichen, müssen jedoch alle Teile der Gesellschaft ihren Beitrag leisten. Die Stadt motiviert und bietet Anreize für besonders engagierte Klimaschutzmaßnahmen. Sie nutzt ihre Kontakte, um von anderen Städten zu lernen und eigene gute Beispiele bekannt zu machen.

Phase 6

Handlungsfeld E - Übergreifendes

bis 26.01.20

Maßnahmenpaket E1: Klimaneutrale Stadtverwaltung 2040
Karlsruhe hat sich selbst verpflichtet, bereits bis 2040 klimaneutral zu sein. Im Unterschied zu den bisher vorgestellten Maßnahmen, deren Umsetzung die Stadt häufig nur indirekt beeinflussen kann, ist das Ziel, die klimaneutrale Stadtverwaltung aus eigener Kraft und in eigener Verantwortung – jedoch unterstützt durch Landesförderung - zu erreichen. Große Anstrengungen wird die Sanierung städtischer Gebäude erfordern, wobei der energetische Aspekt hier häufig zusammen mit anderen Sanierungsnotwendigkeiten, u.a. Sicherheit, Bausubstanz, Barrierefreiheit oder Brandschutz zu verfolgen ist. Weitere Handlungsfelder sind z.B. die energetische Verbesserung des städtischen Fuhrparks, ein stadtinternes Mobilitätsmanagement, die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED oder die Verpflegung in städtischen Kantinen und Mensen. Als Pilotprojekt energieintensiver städtischer Liegenschaften wird ein Energiekonzept für das Klärwerk erarbeitet und umgesetzt.
 
9 Einzelmaßnahmen:

- E1.1 Klimaneutrale Stadtverwaltung 2040
- E1.2 Langfristiges Sanierungskonzept für städtische Gebäude
- E1.3 Gezielter Photovolktaiksausbau auf städtischen Gebäuden
- E1.4 Städtischer Fuhrpark
- E1.5 Internes Mobilitätsmanagement
- E1.6 Komplette Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED
- E1.7 Energiekonzept Klärwerk
- E1.8 Klimafreundliche Mittagsverpflegung in kommunalen Mensen und Kantinen
- E1.9 Klimafreundliche Beschaffung - Fokus Green IT
 
Maßnahmenpaket E2: Förderung und Beratung für den Klimaschutz
Viele Vorschläge des Konzepts wenden sich an Dritte, die für die Umsetzung zuständig sind, so im Bereich Gebäudesanierung oder beim Ausbau der Photovoltaik. Hier bietet die Stadt künftig verstärkte und gebündelte Beratungsleistungen an. Ein weiterer Anreiz zur Umsetzung wird durch finanzielle Förderung ambitionierter Klimaschutz-Maßnahmen an Private oder Unternehmen gegeben. Wo Emissionen nicht vollständig vermieden werden können, besteht die Möglichkeit, Restemissionen zu kompensieren. Ausgleichsmöglichkeiten bietet der Karlsruher Klimafonds mit durch die Karlsruher Energieagentur (KEK) initiierten Aufforstungsprojekten. Bekanntheit und Reichweite des Fonds sollen weiter gesteigert werden.
 
4 Einzelmaßnahmen:
 
- E2.1 Neuausrichtung der energie- und klimaschutzbezogenen Erstberatung: Beratungszentrum Klimaschutz
- E2.2 Weiterentwicklung der kommunalen Förderprogrammatik
- E2.3 Schaffung einer übergreifenden Finanzierungsmöglichkeit (Fondsmodell)
- E2.4 KompensationsmaßnahmenAngebote zur CO2-Kompensation

Maßnahmenpaket E3: Kommunale Öffentlichkeitsarbeit und Kooperation
Die Einzelmaßnahmen des Klimaschutzkonzeptes müssen durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit begleitet werden. Eine langfristig angelegte Kampagne muss laufend über Fortschritt, Angebote und Beteiligungsmöglichkeiten informieren und zum Mitmachen motivieren. Die Zusammenarbeit und der gegenseitige Austausch mit anderen Kommunen ist ebenso wichtig wie die Kooperation mit Hochschulen, Verbänden und weiteren Klimaschutz- Akteuren. Die Stadt wird ihren Einfluss in Gremien der Kommunalvertretung, wie z.B. dem Städtetag, nutzen, um auf die erforderlichen Rahmenbedingungen und Entscheidungen zugunsten des Klimaschutzes auch auf Landes-, Bundes- und Europaebene einzuwirken.

4 Einzelmaßnahmen:

- E3.1 Öffentlichkeitsarbeit in einzelnen Handlungsfeldern
- E3.2 Neustart für die Neuausrichtung der Klimaschutzkampagne Karlsruhe
- E3.3 Kommunale Zusammenarbeit ausbauen (regional, national, international)
- E3.4 Klimaschutzpakt mit Karlsruher Hochschulen

 
 

beendet

Ihre Rückmeldung zu den Maßnahmen im Handlungsfeld Übergreifendes

Zu "Maßnahme E2.4: Angebote zur CO2-Kompensation" • Mit Blick auf das langfristige Ziel ist die Ausweitung der Angebote zur CO2-Kompensation grundsätzlich wichtig, um nicht-vermeidbare Emissionen ausgleichen zu können. • Zugleich darf die ...

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Zu "Maßnahme E2.3: Schaffung einer übergreifenden Finanzierungsmöglichkeit (Fondsmodell)" • Da in vielen kommunalen klimapolitischen Handlungsfeldern aktuell unzureichende Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, stellt die Maßnahme ...

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Es ist sehr gut, dass Karlsruhe eine Bilanzierung seiner Emissionen durchführt und mit ihr auch die zukünftigen Reduktionen bilanzieren wollen. Zu beachten ist, dass es eine Reihe an Faktoren gibt, bei denen klimaschädliche Emissionen eingespart ...

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E1.1 Das Ziel der Klimaneutralität sollte nicht auf 2050 sondern 2030 angesetzt werden. Da das Thema drängt, sollten auch die Bürger bei der Umsetzung zur Verantwortung gezogen werden. Eine Begrünung der Stadt, besonders durch das Pflanzen von ...

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Vorschlagswesen der Stadt zur Energieeinsparung auf andere städtische Unternehmungen (Klinikum, Stadtwerke, Zoo ...) ausdehnen.

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Ergänzende Vorschläge zum Thema Öffentlichkeit (E3, E3.3, E3.4) - Gemeinsamen Dialog zur Transformation entwickeln (Wie wollen wir leben?) - Gemeinsamen Ort zur Vermittlung der Themen einrichten (Beispiel Berlin: Futurium!) - Regelmäßige ...

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Es macht Sinn, die Klimafrage nicht losgelöst, sondern im Zusammenhang zu sehen. Ein umfassendes Konzept, das zur Lösung der Klimafrage beitragen kann, ist die Gemeinwohlökonomie. Die Stadt sollte einen Austausch zu diesem Thema initiieren und ...

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Da für Verpackungsmaterialien eine nicht unerhebliche Menge an Energie aufgewendet wird, sollte es eine Karlsruher Initiative zur Reduzierung der Verpackung geben, in der neben der Stadt auch die Wirtschaft und Bürger vertreten sind ...

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Es sollte ein Ernährungsrat aus Stadt und Bürgern eingerichtet werden, der sich damit befasst, wie eine klimagerechtere Lebensmittelversorgung aber auch Ernährung eine größere Verbreitung finden kann. Diese wäre in vielen Belangen auch ...

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Für eine ganze Reihe von Maßnahmen scheint es ein Risiko zu sein, dass Personen fehlen, die die Maßnahme umsetzen können (Solateure, Bauhandwerker für Wärmedämmungsmaßnahmen, Holzbaufachleute, SanitärhandwerkerInnen, BusfahrerInnen, ...

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  • Kontakt

    Bei Rückfragen zum Prozess wenden Sie sich bitte an:
     
    KEK - Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur