informelle Beteiligung offen

Planungsprozess zur Konversion des Areals der Alten Tabakfabrik in Grünwinkel

Foto N. Kazakov
ThemaStadtplanung und Bauen
Zeitraumlangjähriger Planungsprozess mit Beginn 2022
ZielgruppeAlle interessierten Bürgerinnen und Bürger
StadtteilGrünwinkel

Planungsprozess

Die circa drei Hektar große Alte Tabakfabrik im Grünwinkler Gewerbegebiet in Karlsruhe soll zu einem Ort werden für Nutzungen, für die es mittlerweile sonst nur noch wenige freie Flächen im Stadtgebiet gibt: Handwerk, Kreativwirtschaft und kleinteiliges produzierendes Gewerbe, ergänzt um Nutzungen aus den Bereichen Forschung und Wissenschaft sowie Soziales und Kultur.

1910/1911 als Möbelfabrik erbaut, wurde das Gelände ab 1933 als Tabakfabrik genutzt und der damalige Gebäudebestand – ein mehrgeschossiges Verwaltungsgebäude und eine markante Sheddachhalle – um mehrere Produktions- und Lagergebäude erweitert.

Die Produktion von Rohtabak in Grünwinkel wurde 2018 eingestellt. 2019 erwarb die städtische Tochtergesellschaft Karlsruher Fächer das Gelände, das als Schlüsselgrundstück für die nachhaltige und qualitätsvolle Weiterentwicklung des gesamten Gewerbequartiers Grünwinkel identifiziert wurde.  Der Verkauf von Restbeständen des Rohtabaks wurde – auch pandemiebedingt – bis Ende 2022 fortgesetzt, parallel wurden Teile der Produktionsanlage rückgebaut. Erst dann verabschiedete sich die Tabakfabrik endgültig aus Grünwinkel.

Durch seine Weiterentwicklung und die damit verbundenen neuen Nutzungen wird es nicht nur einen besonderen Einfluss auf den Standort selbst ausüben, sondern hat das Potential, dem gesamten Gebiet zu einer maßgeblichen Aufwertung zu verhelfen. Die Konversion der Alten Tabakfabrik steht gegenwärtig ganz am Beginn eines sehr umfassenden und langjährigen Planungsprozesses.

Auf Basis einer Leitbildwerkstatt – die im Mai 2022 stattgefunden hat und ein Leitbild für den weiteren Prozess definiert hat – wurden im nächsten Schritt in einer zweitägigen Planungswerkstatt von 19.-20. Januar 2023 die städtebaulichen Rahmenbedingungen erarbeitet.

Inzwischen wurde ein Städtebauliches Entwicklungskonzept für das Areal finalisiert, das sich aus der Zusammenfassung, Ausarbeitung, Konkretisierung, Überprüfung und planerischen „Übersetzung“ der Ergebnisse der Leitbildwerkstatt und der Städtebaulichen Planungswerkstatt ergibt. Es beschreibt Leitlinien und Grundprinzipien für die städtebauliche Weiterentwicklung des Geländes, für architektonische Ansätze im Umgang mit dem Bestandsensemble und mit potenziellen Neubauten, zur Gestaltung des Außenraums sowie zur verkehrlichen Erschließung des Areals.

Auf Basis dieses Konzepts werden derzeit die Vorstellungen und Ideen für die einzelnen Gebäude sowie für die Freiflächen weiter konkretisiert und die formulierten Zielsetzungen für die Alte Tabakfabrik, die zu einem vielseitigen und für das Stadtquartier offenen Ort für Produktion, Handwerk und Gewerbe werden soll, sukzessive umgesetzt.

Parallel zur Erarbeitung des Städtebaulichen Entwicklungskonzepts wurden in den vergangenen Monaten grundlegende Untersuchungen und vorbereitende Planungen für die sukzessive Transformation der Alten Tabakfabrik durchgeführt. Erste Machbarkeitsstudien zur Umnutzung einzelner Gebäude werden erstellt und Überlegungen zum zukünftigen Mobilitätskonzept konkretisiert. Auch konnte eine erste Zwischennutzung – eine Forschungseinrichtung der Universität – Räume auf dem Areal beziehen. Die Pioniernutzung der Direktorenvilla wird zudem bereits vorbereitet, um das Areal baldmöglichst zum angrenzenden Westbahnhof hin zu öffnen und es für Besucherinnen und Besucher in Teilen zugänglich zu machen.

Kontakt

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